15. Oktober 2019

AKTUELLES

Den Fischen wird es in unseren Gewässern zu warm:

Forelle, Seesaibling, Zander sterben aus!

Kraftwerke, Flussregulierungen, Kormoran, Gänsesäger und Fischotter machten schon bisher den Fischen das Leben nicht leicht, doch nun gibt es einen weiteren Todfeind: die Überhitzung der Gewässer. Forellenartige und barschartige Fische leiden besonders darunter. Die erste Erste Hilfe-Maßnahme wären Ufer-Aufforstungen.


Siegfried Pilgerstorfer ist 62 Jahre alt und fischt seit 60 Jahren. „Begonnen habe ich mit zwei Jahren am elterlichen Teich in Grünbach bei Freistadt, aber wir haben es auch beim Nachbarn probiert,“ lacht der Landesfischereimeister, der seit 40 Jahren in Hinterstoder lebt. Kürzlich kam er aus Alaska zurück. Dort haben heuer 480 Brände 9.000 km2 Wald zerstört und den Wasserhaushalt verändert. Pilgerstorfer: „Dort zieht der Lachs nicht mehr hin.“

„Der erste Tag, an dem mit Baumpflanzungen an den Ufern begonnen wird, ist der beste,“ sagt Siegfried Pilgerstorfer, Oberösterreichs Landesfischereimeister und Vizepräsident des Österreichischen Fischereiverbandes. „Die Fische brauchen dringend mehr Baumbestand, um darunter Schatten und etwas Abkühlung zu finden,“ so der Experte.
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Ufervegetation ständig weniger geworden. Ihr Holz landet unter anderem in den vielen Hackschnitzelanlagen. In Hochwasserabflussbereichen ist vielfach Bewuchs verboten. Pilgerstorfer: „Diese Regelung ist überholt. Es wurden ja viele Rückhaltebecken gebaut. Jetzt müsste aufgeforstet und für Beschattung gesorgt werden.“
Oberösterreichs Gewässerschutz beobachtet seit zehn Jahren eine dramatische Entwicklung, die in den ansteigenden Wassertemperaturen gipfelt. Je wärmer die Flüsse und Seen, desto kleiner wird der Lebensraum der Wildfische. Nur die karpfenartigen Flossenträger fühlen sich im warmen Wasser wohl. Forelle, Seesaibling und Zander hingegen orientieren sich auf der Suche nach kaltem Wasser immer mehr Richtung Quelle. In Unterläufen sind sie teilweise schon ausgestorben. Pilgerstorfer: „Hier gibt es diese Fische, wie zu Beispiel in der Krems, nur noch durch künstlichen Besatz.“
Für die Fischwelt von Bedeutung ist das „Neue Regionalprogramm zum Schutz Oberösterreichs schönster Gewässerstrecken“. Es wurde in jahrelanger Arbeit erarbeitet und stellt nun 534 km Flusstrecken vorerst für 20 Jahre unter Schutz. „Ein wichtiger Schritt zu ambitioniertem Wassermanagement,“ lobt WWF-Gewässerexpertin Bettina Urbanek.